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Energierecht Schweiz - Update 2018; Baden
28.02.2018 Intensivkurs Energierecht Schweiz – Update 2018; Baden
28.02.2018

01.12.2017 von: Otto Schell

Die Zeiten eines Silo-Denkens sind vorbei!

Digitalisierung bedeutet sich mit der Gegenwart zu beschäftigen. Mit dem Internet der Dinge (IoT) werden Branchen- und Geschäftsmodelle offener, Datenhoheiten verlagert und damit Marktpositionen verschoben. Das IoT bringt aber nicht nur Vorteile. Unternehmen müssen sich auch im Klaren darüber sein, dass damit eine Transparenz einhergeht, die sie bis heute nicht kannten.

Die Grenze zwischen IT und Fachbereich wird sich mehr und mehr auflösen. Die Fachbereiche erkennen den Bedarf, sich wieder verstärkt um die Geschäftsmodelle zu kümmern und diese Aufgabe nicht anderen zu überlassen. Die IT wird damit beschäftigt sein, bekannte und bis dato bewährte Methoden der "Realtime"-Welt an- zupassen, um auch künftig die nötige Agilität gewährleisten zu können. Und mit Blick auf die vorherrschenden heterogenen Software-Landschaften wird schnell klar, dass diese nicht mehr ausreichend sind, den Bedarf zu decken, den das IoT mit sich bringt.

Zudem ist es ein Irrglaube, anzunehmen, dass man für sein Unternehmen einfach sein Geschäftsmodell ändert. Diese Unternehmen werden scheitern, weil sie wesentliche Aspekte der, so wie ich es nenne, "sozialen Architektur" missachten: Der Mensch ist schon digitalisiert und vom Kunden zum Konsumenten mutiert. Technologie verändert die Produktwelt zur Servicewelt. Das muss im Zusammenhang angegangen werden.

Disruption und Attacke
„Disruption" ist durchaus positiv, wenn man damit "Denken" verändert wird,genauso wie der Begriff "Attacke", und um beides geht es: Eingefahrenes zu attackieren und nicht über klassisches Risikomanagement zu schützen, maximal Abschöpfen ist erlaubt. Und zum anderen nach außen zu gehen und gewohnte Grenzen zu überschreiten, auch wenn man vielleicht lieber an einer Absicherungs-Policy oder Zusammenarbeits-Regel arbeiten möchte, weil man es gewohnt war.

Auch hier spielen die Mitarbeiter wieder eine zentrale Rolle. Jedes Unternehmen muss sich die Frage stellen welche Fähigkeiten sie für den disruptiven Wandel benötigen. Wenn man verstanden hat, dass klassische Qualifikationen vertikal sind, man aber eigentlich multifunktionale Mitarbeiter benötigt, hat man die erste Hürde ge- nommen. Alles andere ist Talentenmanagement, heißt, die richtigen Skills zusammenführen. In einer Welt, die sich gerade verändert, macht es wenig Sinn, sich mit Stellenbeschreibungen zu beschäftigen, wenn man nicht weiß, was tatsächlich gebraucht wird. Das ist ja die positive Herausforderung, wir sind mitten in der Veränderung, und wir bestimmen diese – wir bekommen sie nicht in die Hand gegeben. Bedeutet damit auch, dass Fähigkeiten flexibel zusammengesetzt werden müssen.

Ziele formulieren und konsequent durchsetzen
Den Digitalisierungs-Weg nun konsequent weiterzugehen bedeutet letztendlich, dass sich Unternehmen jetzt entscheiden müssen, wo sie sich selbst sehen. Oder anders formuliert: Sie müssen sich schnell darüber klarwerden, wo sie sich im Moment tatsächlich befinden – und wo sie hinmöchten.

Dabei ist eines gewiss: Es wird diejenigen geben, die sich direkt auf den Transformations-Weg begeben. Und die Anderen, die den Status-Quo noch eine Zeit lang halten können, sich aber all der damit einhergehenden Risiken bewusst sein müssen. Wie zum Beispiel, von mutigeren und innovativeren Köpfen abgehängt zu werden, und bald nur noch als Zuschauer am Spielfeldrand zu stehen.

Digitalisierung für sich nutzen
Angesichts all der Entwicklungen im Umfeld von IoT und Digitalisierung ergeben sich viele neue Berufsbilder und neue Chancen für Unternehmen. Unternehmen im DACH-Raum, die traditionell stark in der Forschung und im Maschinenbau tätig sind, profitieren in puncto Digitalisierungsgrad von mehr Möglichkeiten, denkt man z.B. an die Anbindung und Anpassung von Sensorik in die Backend-Systeme.

Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig es ist, jetzt neue und andere Wege zu gehen und von starren Prozessen zu agilen Projekten zu wechseln. Und nie waren die Zeiten dafür besser, auch unter technologischen Aspekten: Jedes Unternehmen hat riesige Datenmengen, und es gibt inzwischen ausreichend Analysewerkzeuge, die helfen, darin Muster zu identifizieren, wie Kunden sich heute und morgen verhalten. Innerhalb dieser Architekturen Strukturen zu erkennen und effizient zu nutzen, das trennt heute die Spreu vom Weizen.

Vernetztes Denken
Neue Profile und ein neues Denken erfordern, dass sich Unternehmen in gemeinsamen Gremien austauschen, die Zeiten eines Silo-Denkens sind vorbei. Denn das IoT bringt, wie gesagt, nicht nur Vorteile. Bisher konnten sie sich, ihrer Geschäftsmodelle und ihres Erfolgs scheinbar sicher, wähnen. Das wird deutlich, wenn man sich z.B. die meist noch konservativen Distributionskanäle ansieht, die derzeit von einer "Omni-Channel"-Welt überrannt werden. Die Möglichkeiten des IoT sind immens – der Handlungsbedarf in vielen Unternehmen im Moment aber leider auch noch.

Unternehmen brauchen ein Bild wo es hingehen kann, aber auch wo es enden kann, wenn man auf alte Stärken vertraut und die neuen Kräfte nicht ernst nimmt. Sie benötigen Informationen aus der globalen Praxis, aus Lehre und Forschung und – besonders wichtig – ein agiles Netzwerk.
Alle von uns haben sich schon einmal die Finger schmutzig gemacht, jetzt geht es darum anzupacken bevor es zu spät ist.
Quelle: project-consult.de


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