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06.09.2016 - 07.09.2016 Branchenwissen Strom; Baden
06.09.2016 - 07.09.2016

16.06.2014 von: Urs Meister

Reine Glaubenssache

Einheimische Energiepolitiker debattieren gerne über die vermeintlich «besten» Kraftwerkstechnologien. Und sie punkten, indem sie Stromproduzenten allerlei Subventionen in Aussicht stellen. Vor dem Hintergrund der europäischen Entwicklungen ist das besonders teuer und ineffizient.

Energiepolitik ist zur Glaubensfrage geworden. Die einen glauben an die Energiewende, die anderen nicht. Die einen glauben an die Photovoltaik (PV) oder die Windkraft, die anderen an die Kernkraft und wieder andere schwören auf die Wasserkraft. Politiker und Ingenieure streiten über die vermeintlich beste Technologie, die günstige und zugleich saubere Energie, Unabhängigkeit vom Ausland, Versorgungssicherheit, Arbeitsplätze und mehr garantieren soll. Mit dem Verweis auf (erhoffte) künftige Entwicklungen und Innovationen findet jede Gruppe gute Argumente für «ihre» Technologie. Dieser Fokus auf Technologien spiegelt sich auch in der bundesrätlichen Strategie zur Energiewende wider. Ähnlich einer Buchhaltung, die Soll und Haben ausgleicht, werden Nachfrage und Angebot geplant und feingesteuert. Kleine Anlagen zur Stromproduktion erhalten Subventionen, andere wie die Grosswasserkraft oder Gaskraftwerke sollen sich dagegen über die Erträge aus dem Strommarkt finanzieren. Zusammen würden sie – so der Plan – die künftige Nachfrage decken und eine «Versorgungslücke» abwenden. Politiker denken dabei vereinfachend an den Ausgleich von Produktion und Verbrauch im Inland über den Zeitraum eines Jahres (eine Optik, die im Grunde nichts mit Versorgungssicherheit zu tun hat). Kritiker der Energiewende wenden ein, dass die Strategie des Bundesrates nicht nur kostspielig sei, sondern auch physikalische Gesetzmässigkeiten ausblende. Schliesslich liesse sich die wegbrechende Grundlast der Kernkraft nicht einfach durch fluktuierende erneuerbare Energieträger wie Wind oder PV ersetzen. Befürworter der Energiewende glauben umgekehrt an die baldige Verfügbarkeit effizienter dezentraler Speicher sowie smarter Verbrauchssteuerung, die fluktuierende Energie quasi in Grundlast verwandeln. Kurz: die Diskussion um die Fähigkeiten künftiger Technologien dreht sich im Kreis eben: Energiepolitik als Glaubenssache.

Veröffentlicht in Schweizer Monat

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