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Innovationsforum Energie; Zürich
04.04.2019 - 05.04.2019

28.03.2018 von: Daniel Mennig

Das europäische Stromnetz ist eine Schönwetter-Konstruktion

37 Länder: Das europäische Stromnetz ist grösser als die EU. Im Fall von Konflikten wird das zu einem Problem.

Darum geht es.

Backofenuhren und Digitalwecker laufen nicht mehr richtig, weil in der Region Kosovo-Serbien über sechs Wochen zu wenig Strom in das europäische Stromnetz eingespeist wurde. Eigentlich harmlos. Doch ein Vorfall, den es so noch nie gegeben hat.

So ist es dazu gekommen.
Im Stromhandel zwischen Kosovo und Serbien kam es zu Streitigkeiten. Kosovo speiste zu wenig Strom in den Netzverbund ein. Serbien glich nicht aus. Die europäischen Netzbetreiber versuchten wochenlang vergebens, zwischen den Streitparteien zu vermitteln.

Das zeigt dieser Fall auf.
Der europäische Netzverbund, dem auch die Schweiz angehört, ist eine Schönwetterkonstruktion. Die Zentrale der europäischen Übertragungsnetzbetreiber Entso-E hat keine Kompetenzen, fehlbare Netzbetreiber zu sanktionieren. Nur die Netzbetreiber der gleichen Regelzone können beschliessen, einen Betreiber vom europäischen Netzverbund zu trennen. Ein Verfahren, das langwierig ist und auch mit Risiken für unsere Versorgungssicherheit verbunden wäre.

Das sagt Swissgrid dazu.
Swissgrid ist Mitglied der Entso-E und koordiniert den südeuropäischen Raum. Bei Regelverstössen hat Swissgrid nur ein Melderecht, keine Weisungsbefugnis. Im Falle von Serbien-Kosovo habe ihre Intervention nicht viel gebracht. Die Netzzeit konnte mit Gegenmassnahmen nicht voll ausgeglichen werden. Ein Abtrennen eines grösseren Landes vom Netzverbund könne die Stabilität des gesamten Netzes gefährden.

Das sagt die eidgenössische Elektrizitätskommission.
Die Situation ist politisch brisant. Die eidgenössische Elektrizitätskommission Elcom wollte sich vor der Kamera nicht äussern. Schriftlich teilt die Elcom zum Fall Serbien-Kosovo mit, die zuständigen Stellen seien angehalten, den Sachverhalt zu klären und die notwendigen Massnahmen zu treffen.
Quelle und gesamter Artikel: srf.ch


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