21.08.2019

Droht uns ein Mega-Stromdefizit?

Eine brisante Studie der Forschungsanstalt Empa zeigt: Setzen wir für den Klimaschutz massiv auf Wärmepumpen und Elektroautos, droht uns im Winter ein gigantisches Stromdefizit. «Gemäss unserer Studie würden uns im Winterhalbjahr 22 Terawattstunden Strom fehlen», erklärte Forscher Martin Rüdisüli von der Abteilung Urban Energy Systems der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in der «NZZ am Sonntag». Das sei eine enorm grosse Menge.

Um das Land klimafreundlicher zu machen, sollen Benzinautos durch Elektrofahrzeuge und fossile Heizungen durch Wärmepumpen ersetzt werden. Gleichzeitig plant das Land den Atomausstieg. Die Forscher gingen bei ihren Annahmen davon aus, dass die Schweizer 20 Prozent der gefahrenen Kilometer mit Elektroautos zurücklegen und 75 Prozent der Häuser mit Wärmepumpen beheizen.

Eine weitere Idee, die laut der Studie untersucht werden muss, ist die Steuerung der Stromnachfrage. Damit soll möglichst verhindert werden, dass die Nachfrage genau dann hoch ist, wenn es wenig Strom gibt. Laut Rüdisüli ist dies ein Bereich, in welchem sich die Digitalisierung in Zukunft positiv auswirken könnte: «Je detaillierter die Daten über unseren Energieverbrauch werden, desto besser lässt sich unser Energiesystem an den tatsächlichen Bedarf anpassen.»

Die Forscher ziehen laut «NZZ am Sonntag» aus der Studie vor allem einen Schluss. «Es gibt keine Patentlösung für den Umbau des Energiesystems. Wir dürfen die verschiedenen Energiesektoren nicht gegeneinander ausspielen.»
Quelle und gesamter Artikel: nzz.ch


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