21.11.2016 von: energie-cluster.ch

Inerview mit Dr. Charles Weinmann

Charles Weinmann, Dr ès phys, ist Beratender Ingenieur, Ehrenmitglied SIA und Präsident der Kommission SIA 2031. Diese hat ein Merkblatt erarbeitet, welches für die Definition des Plusenergie-Gebäudes eine entscheidende Rolle spielen wird.

Das Merkblatt 2031 hat eine mehr als einjährige Vernehmlassung hinter sich. Es ist nun im Druck und demnächst erhältlich. In ihm wird die Definition eines Plusenergie-Gebäudes nach SIA festgehalten. Doch bereits seit Jahren werden Bauwerke als Plusenergie-Gebäude  bezeichnet. Stört Sie das?
Eigentlich nicht. Eine der Aufgaben einer Normenorganisation wie dem SIA besteht darin, für das allgemeine Verständnis eines Begriffs zu sorgen. Der SIA kommt etwas spät, es stimmt. Seine Kriterien für ein PEG sind strenger als jene, die vom energie-cluster.ch definiert wurden. Man kann sagen, die Gebäude, die bereits als PEG bewertet worden sind, hatten Glück. Nach 2016 verdienen sie diese Bezeichnung vielleicht nicht mehr. Dass es bei der Konkretisierung einer Pionieridee eine Übergangsfrist gibt, ist normal.

Was wird sich am Begriff Plusenergie-Gebäude durch die Verfügbarkeit des Merkblatts 2031 konkretisieren und ändern?
Das Merkblatt soll den Begriff Plusenergie fördern. Es macht aber auf zwei Aspekte aufmerksam. Zum einen darauf, dass sich die Wertigkeit von den verschiedenen Energieträgern unterscheidet. Man muss dies durch einen Gewichtungsfaktor berücksichtigen. Eine Kilowattstunde (kWh) aus Öl ist nicht gleich eine kWh aus Holz oder Elektrizität. Man sollte diese kWh nicht einfach addieren. Man kann nicht Äpfel mit Birnen oder Gemüse addieren, es braucht eine Gewichtung.
Quelle und gesamtes Interview: energie-cluster.ch


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