11.05.2020 von: Oekozentrum

Manege frei für «CHNOPF UF»

DAS ZUKUNFTSFÄHIGE ENERGIEKONZEPT FÜR DIE SCHWEIZ
Ein Zirkus als Vorbild für die Schweizer Energieversorgung und ein Best Practice Projekt für uns, denn mit «Chnopf uf» führen wir die Kompetenzen unserer Fachbereiche Forschung & Entwicklung und Bildung & Gesellschaft erstmals ganz eng zusammen. Wir zeigen am Beispiel Zirkus, wie Effizienz und Suffizienz umgesetzt werden können, um die Klimaziele zu erreichen.

Zirkus Chnopf zieht als Nachwuchsförderungsprojekt für Jugendliche im Bereich Artistik und zeitgenössischer Zirkus seit dreissig Jahren während der Sommermonate durch die Schweiz. Ausgerüstet ist der Zirkus mit insgesamt 16 Zirkuswagen und einer Freiluftbühne. Um ein Zeichen für eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft zu
setzen und eine Vorbildfunktion einzunehmen, möchte der Zirkus Chnopf auf seiner Jubiläumstournee 2020 nur noch Strom aus 100% erneuerbaren Energiequellen verbrauchen. Gemeinsam haben wir ein tolles Energiekonzept entwickelt, welches der zukünftigen Energieversorgung der Schweiz mit erneuerbaren Energien entspricht:
Strom wird aus Wasser, Wind und Sonne als Grundlast gewonnen, und bei Spitzenbedarf kommt eine Stromspeicherung zum Einsatz. Um die technischen Veränderungen im Zirkusdorf der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, entwickelten wir eine Wanderausstellung, die die Tournee 2020 begleiten wird.

Die Erfolgsformel: Solarstrom, Stromspeicher und Elektromobilität
Im Fall des Zirkus Chnopf bedeutet erneuerbare Energie Solarstrom. Energie wird er mittels lokal installierter Photovoltaik-Anlagen produzieren. Diese werden auf einem Zirkus- und dem Kühlwagen angebracht. Doch wie immer beim Einsatz von PV-Anlagen wird nicht
immer dann, wenn der Strom gebraucht wird, genügend produziert. Beispielsweise wenn der Betrieb im Barwagen in vollem Gang ist und es seit einigen Tagen bewölkt ist. Umgekehrt wird manchmal mehr Strom produziert, als gerade benötigt wird. Deshalb bringen wir am Wagen einen Speicher an, der aus ausgedienten Postrollerbatterien gebaut ist. Dieser speichert die überschüssige Energie und gleicht so Produktions- und Verbrauchsspitzen aus. Wie bei einer PV-Anlage auf dem eigenen Hausdach ist es trotz Speicher möglich, dass Strom aus dem Netz bezogen werden muss. Mit dem Bau einer PV-Anlage auf einem gemieteten Dach wird dafür gesorgt, dass im Jahr mindestens so viel Solarstrom ins Netz eingespeist wird, wie der Zirkus vom Netz bezieht.

Eine weitere Komponente für das Versorgungskonzept bietet die Elektromobilität. Wir binden einen vollelektrischen Nissan e-nv200 in das System ein. Dieser wird als zusätzlicher Energiespeicher genutzt, was auch bei regulären Gebäuden umgesetzt werden kann.

Die Wanderausstellung, die Zukunftsfragen beantwortet
Die technischen Veränderungen im Zirkusdorf machen wir der Öffentlichkeit zugänglich, denn sie beantworten wichtige Zukunftsfragen und zeigen konkrete Umsetzungsoptionen auf, welche mittels unserem Bildungs- und Kommunikationskonzept nach aussen getragen werden. Die interaktive Wanderausstellung wird während der gesamten Tournee 2020 besuchbar sein und danach im Winterquartier des Zirkus Chnopf in Zürich erneut ausgestellt. An den interaktiven und multimedialen Posten der Ausstellung erfahren die Zirkusbesucher*innen, mit welchen Massnahmen der Strombedarf des Zirkus durch erneuerbare Energien gedeckt werden konnte. Dabei lernen und erleben sie allerlei rund um unseren alltäglichen Umgang mit Energie. Sie verfolgen den Weg des
elektrischen Stroms von der PV-Anlage über den Stromspeicher zum E-Auto und zu den verschiedenen Verbrauchsstationen. Dabei stossen sie auf erlebnisorientierte Aktivitäten und Hintergrundinformationen zu den Themen erneuerbare Energie, Energie-Suffizienz, Stromverbrauch im Alltag und viele mehr.


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